Die Realschule Herxheim ist relativ spät gegründet worden. Vorausgegangen waren im heutigen Landkreis Südliche Weinstraße die Maria-Ward-Schule in Landau, die 1960 ihre Realschulabteilung eröffnete; Edenkoben folgte dann 1963, Annweiler 1966 und schließlich Herxheim 1967. Im Jahre 1972 schloss dann noch die Realschule Landau die Schul- gründungen in der Region Südliche Weinstraße ab. Dazwischen lag dann noch die Schule in Bad Bergzabern. Bei der Aufnahme des Unterrichts- betriebes in Herxheim existierte schon im Landkreis Germersheim die Realschule in Kandel, später folgte dann noch Germersheim. Im ganzen Land Rheinland -Pfalz wird es wohl keinen ländlichen Raum geben mit einer solchen Dichte an Realschulen, wie wir sie in der Südpfalz finden. Daher rühren zum Teil die Schwierigkeiten, die die Schule in Herxheim in ihren Anfangsjahren zu überwinden hatte. Das Besondere an der Realschule Herxheim war und ist die gemeinsame Orientierungsstufe zwischen Realschule und Hauptschule, in der versucht wird, die Schullaufbahnentscheidung für die Kinder am Ende des 4. Schuljahres in einem zwei Jahre dauernden Beobachtungs- und Auswahlverfahren auf eine sichere Grundlage zu stellen. Dies hat sich bewährt. Rückblickend lässt sich feststellen, dass die Laufbahnempfehlungen am Ende der 6. Klasse, die in Herxheim ausgesprochen wurden, einen sehr hohen Prognosewert hatten. Kaum eines der empfohlenen Kinder war den Anforderungen der Realschule in den Klassen 7—10 nicht gewachsen. Am Ende des 6. Schuljahres werden auch immer Empfehlungen für die Gymnasien ausgesprochen. Auch dort bewährten sich die Kinder aus der gemeinsamen Orientierungsstufe Herxheim. Ebenfalls nach dem 10. Schuljahr wechselten und wechseln jedes Jahr Schüler aus Herxheim zu den Gymnasien über und erreichen dort mit ganz wenigen Ausnahmen das Abitur. ls zweites Ergebnis der Orient- ierungsstufenarbeit lässt sich anführen, dass zahlreiche Schüler, die mit einer Empfehlung für die Hauptschule ihre Schullaufbahn im Schulzentrum Herxheim begannen, nach der 6. Klasse den Übergang auf die Realschule erreichten und damit später auch den Realschulabschluss. Heute gibt es in unserem Land viele Kräfte, die danach rufen, einen engeren Verbund von Haupt- und Realschulen in den so genannten Regionalschulen zu versuchen. Wahrlich keine neue Idee - in Herxheim gibt es das in Grundzügen schon seit 25 Jahren. Das Schulzentrum befindet sich baulich in hervorragendem Zustand und bietet im Hause selbst, mit den beiden Hallen und den weiten Anlagen im Außenbereich alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Unterricht. Im südwestlichen Dorfteil setzt die Gruppe der Schulgebäude den wesentlichen Akzent. Natürlich ist diese Schule nicht in einem Zug entstanden. Im Rückblick des langjährigen Schulleiters Dudenhöffer ist die Geschichte des Schulhauses dar- gestellt. Diese baulichen Veränderungen zeigen zunächst einmal das gesunde Wachstum des Schulzentrums, andererseits aber spiegeln sie auch die Veränderung der Bildungsinhalte und der Lehrmethoden wieder. Die neuen Fachräume sind alle auf die intensive Mitarbeit der Schüler aus- gerichtet. Die Möglichkeit, den frontalen Unterricht durch andere Unterrichtsformen abzulösen, ist besonders in den natur- wissenschaftlichen Räumen in aus- geprägter Weise vorhanden. Unterstützt wird die Ausrichtung auf die Selbsttätigkeit der Schüler auch durch die Angebote an Experimentier- und An- schauungsmaterial, die die umfang- reichen physikalischen, chemischen und biologischen Sammlungen bereithalten. Relativ früh verfügt die Schule auch schon über eine Ausstattung mit Computern, die dann im Jahre 1990 durch vollkommen neue Geräte ersetzt wurde. Textverarbeitung und Steuer- und Regelverfahren werden den Schülern in regulärem Unterricht und freiwilligen Arbeitsgemeinschaften nahe gebracht. Die Computerarbeitsgemeinschaften sind, schon allein was die Schülerzahl betrifft, die erfolgreichsten der Schule. Hervorzuheben ist vor allem die sehr gute Ausstattung der Schule mit Lehr- und Lernmitteln. Dies verdanken wir den beiden Schulträgern, also dem Landkreis unter Landrat Weber und der Ver- bandsgemeinde, wobei besonders die gute Zusammenarbeit mit Verbands- bürgermeister Werner und dem 1. Beige- ordneten Dümler genannt werden muss. Ein besonderes Charakteristikum des Schulzentrums ist die aus seiner Konstruktion erwachsende enge Zusammenarbeit von Real- und Hauptschule. Sie erfordert ein hohes Maß an gegenseitiger Information, eine ganz erhebliche Kompromissfähigkeit und den ausgeprägten Willen, Entscheidungen nach dem Wohl des Kindes und den vorhandenen sachlichen Gegebenheiten und nicht nach speziellen Bedürfnissen der beiden beteiligten Schulen auszurichten. Um dies zu erreichen, ist auch ein ausgewogenes Verhältnis der Unterrichtsanteile in der Orientierungs - stufe durch die beiden Schulen anzustreben. Es lässt sich feststellen, dass diese Zusammenarbeit und der gemeinsame Unterricht in den 5. und 6. Klassen Vorteile mit sich bringt. Das Verständnis der Lehrer untereinander für die jeweiligen Probleme der anderen Schulart wächst, der Austausch von Unterrichtsmethoden und Erfahrungen nimmt breiten Raum ein, die wichtigen Gespräche über Fortschritte bzw. Schwierigkeiten bei den einzelnen Kindern finden fortlaufend statt. Zusammenarbeit gibt es auch bei den Arbeitsgemeinschaften, und man kann beobachten, dass es eine Reihe von guten Beziehungen zwischen Lehrern beider Schulen gibt. All dies ist notwendige Voraussetzung für die angestrebte Erweiterung des schulischen Angebotes in Herxheim um einen gymnasialen Zweig, die im letzten halben Jahr die Schuldiskussion in der Verbandsgemeinde beherrschte. 1 9 6 7Die Realschule Herxheim |