Die Iffezheimer Staustufe
Gruppenbild
Ihre Schleuse
 

Ursprünglich war der Rhein in seinem Lauf so geschlängelt,dassdie Schifffahrt mit größeren Schiffen nicht möglich war.
Mit diesem Problem befasste sich im 19. Jahrhundert der Wassertechniker Tulla. Er ließ den Rhein begradigen, so dass die Schifffahrt nun ungehindert war.Jedoch stellte sich ein neues Problem: der Rhein floss jetzt viel zuschnell. Dies führte zum Absinken der Sohle des Flussbettes und folglichauch zumAbsinken des Grundwassers in der Landschaft am Rhein. Die Strömung des Rheins musste also gebremst werden.

Dies wird durch Staustufen ermöglicht. Der Reihe der Wehre beginnt bei Baselund ist flussabwärts bis nach Iffezheim auf 10 Stellen gleichmässig verteilt. Damit die Schiffe die Staustufe passieren können, ist überall eine SchleuseBestandteil der Staustufe. Ein Schiff kann die Schleuse vonIffezheim innerhalb von 9 Minuten passieren. Wenn die Tore der Schleusenkammergeschlossen sind, kann man an Messlatten verfolgen, wie schnell die Kammervoller Wasser läuft, wenn die Schiffe gehoben werden.

Das Wehr




Habt ihr schon einmal über den Rhein nachgedacht und über die Fische, die dort leben? Es gibt von Basel bis Iffezheim 10 Staustufen im Rhein: bei Kembs, Ottmarsheim, Fessenheim, Vogelgrün, Marckolsheim, Rhinau, Gerstheim, Strasbourg, Gambsheim und Iffezheim. Sie dienen dazu, dass der Wasserstand im Rhein kontrolliert werden kann und es nicht mehr so oft Überschwemmungen Zum Beispiel in Köln oder in den Niederlanden gibt.

Die Aufgabe des Wehrs ist, das Oberwasser der Staustufe kontrolliert zum Unterwasser abzulassen. Der Höhenunterschied vom Oberwasser zum Unterwasser beträgt im Mittel in Iffezheim 11,60 m. Das Wehr besteht aus 6 Wehrfeldern von je 20m Breite mit Segmentschutz und Aufsatzklappen. Die gesamte Staustufe ist für den maximalen Hochwasserabfluss von 7.500 Kubikmeter pro Sekunde gebaut. Bei Hochwasser wird das Wehr verstärkt eingesetzt, die Wassermengen fließen über das Wehr und erhöhen dabei den Wasserstand des Unterwassers. Dadurch wird die Fallhöhe des Wassers geringer und dies bewirkt, dass im Wasserkraftwerk weniger elektrische Energie erzeugt wird.

Im Gegensatz zum Kraftwerk ist das Wehr Eigentum der beiden Staaten Deutschland und Frankreich gemeinsam. Das Kraftwerk und Wehr wird von Mitarbeitern der RKI (Rheinkraftwerk Iffezheim) betrieben. 

Aber was geschieht mit den Fischen? Wie kommen sie vom Oberwasser der Staustufe zum Unterwasser???
Wenn die Fische rheinabwärts wollen, müssen sie entweder durch die Turbinen schwimmen oder über das Wehr springen!

Das Wasserkraftwerk




Die gesamte Staustufe Iffezheim hat 300 Millionen DM gekostet. Das Kraftwerk besitzt vier Turbinen, die je einen Durchmesser von ungefähr 6 Metern haben. Sie liegen alle 10 m unter dem Wasserspiegel des Unterwassers der Staustufe. Da sehr viel Holz und leider auch sehr viel Müll wie Autoreifen oder Kunsststoffbehälter im Rhein schwimmen, muss vor jeder Turbinenkammer ein Rechen den Müll auffangen, damit die Turbinen nicht beschädigt werden. Diese Vorrichtung kommt natürlich der Umwelt, also dem Rhein, zugute.

Die Klasse in der SchaltzentraleAm Müllrechen
Durch die Kraft des in die Turbinenkammern strömenden Wassers angetrieben drehen sich die Turbinen je 100 mal in der Minute. Im Innern der Turbinen befindet sich je ein Generator, der Strom erzeugt. Das gesamte Wasserkraftwerk der Staustufe Iffezheim hat eine Leistung von 108 MW. Die Turbine bringt durch ihre Drehbewegung Sauerstoff ins Wasser. Das kommt den 
Fischen, die auch durch sie hindurch schwimmen müssen, zugute wenn sie flussabwärts schwimmen. Außerdem verlangsamen die Turbinen die Strömung des Rheins.
Blick nach unten zur TurbineUnter dem Rhein
Da an unserem Besuchstag eine Turbine gerade gewartet wurde, konnten wir die Turbinenkammer von innen besichtigen. Es war sehr eindrucksvoll in einer Kammer zu stehen, durch die sonst immer der Rhein fließt.

Die Fischtreppe




Die Fischtreppe wurde im Rahmen des Projekts „Lachs 2000“ errichtet. Sie ermöglicht den Fischen ihre Wanderung rheinaufwärts zu ihren Laichplätzen, denn die Staustufe Iffezheim hat die natürliche Wanderung der Fische zum Oberrhein unmöglich gemacht.

Fischtreppe
Den Fischen stehen drei Eingänge zur Fischtreppe zur Auswahl, damit es kein Gedrängel gibt. Die Fische erkennen die Eingänge anhand von drei verschiedenen Strömungen im Wasser: starke, mittlere und schwache Strömung, denn je nach Art bevorzugen die Fische bestimmte Stömungsstärken. Die Strömungen werden durch die „Lockstromturbine“ erzeugt. Auf dem Weg rheinaufwärts schwimmen die Fische gegen die Strömung durch 37 miteinander verbundene Becken. In jedem Becken müssen die Fische eine Fallhöhe von 30 cm überwinden; insgesamt schwimmen die Fische also fast 12 m höher rheinaufwärts. In den Becken entstehen Wirbel, in denen sich die Fische ausruhen können.

Anlage der Fischtreppe ist einem Wildwasserbach nachempfunden und hat unregelmäßig geformte Steine als Bodenbelag, auf dem sich Wasserpflanzen und Kleintiere wie Flusskrebse ansiedeln können.

An einer Beobachtungsstation werden die vorbei schwimmenden Fische elektronisch gezählt und nach Arten unterschieden. Weil an einem einzigen Tag allein rund 1000 Aale die Treppe benutzten, zählt man die Aale jetzt nicht mehr. Die Fischtreppe der Staustufe Iffezheim ist neu entwickelt und soll erprobt werden. Denn die Staustufe Gambsheim ist zur Zeit noch nicht für die Fische passierbar.

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