Gymnasium Herxheim
Schulentwicklungsprogramm Gewaltprävention
"Gegen Gewalt und Rassismus"

1) Begründung des Projektes : 

Bereits im schriftlich fixierten pädagogischen Konzept der Schule, insbesondere in den pädagogischen Leitlinien des Gymnasiums ist festgeschrieben, dass Gewaltfreiheit und Antirassismus zu grundlegenden Einstellungen und Haltungen an unserer Schule gehören  sollen . 
So nahm die Schule im letzten Schuljahr an einer gemeinsam mit dem Weißen Ring  unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Sack vorbereiteten Aktion "Kraft gegen Gewalt " teil, bei der zusammen mit Spitzensportlern , unter anderem mit Spielern des 1.FC Kaiserslautern Zusammenhänge zwischen Aggression und Freizeitgestaltung diskutiert wurden . 
Rechtsradikale Aufkleber am Schulgebäude, Schmierereien an der Schulwand, 
kleinere Vorkommnisse in Schulbussen und auf dem Pausenhof, sowie der Überfall von Skinheads auf dem Erfurter Domplatz auf die Klasse 8A am 28.09.1998 machten deutlich, dass Gewalt und Rechtsradikalismus auch in unserer Schule und im Erfahrungsbereich unserer Schülerinnen und Schüler eine große Rolle spielen . Dies begründete die Entscheidung der Schulleitung, ein Schulentwicklungsprogramm für das Gymnasium Herxheim gegen Gewalt und Rassismus  zu initiieren . 
2) Vorbereitungs- und Motivationsphase ( 1.Halbjahr 1998/1999): 
Zu Beginn des Schuljahres 1998/1999 wurde nach einem methodischen Ansatz gesucht, wie das Antigewaltprogramm am Gymnasium Herxheim gestaltet werden könnte . Literaturstudien, Erfahrungsberichte anderer Schulen und die Diskussion mit externen Experten führten dazu, daß das Landauer Antigewalt-Programm für Schülerinnen und Schüler ( LAPSUS ) welches Herr Prof. Jäger vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung an der Universität Landau entwickelt hatte, als geeignet angesehen wurde . 
Nach vielen Vorgesprächen mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, dem SCHILF-Team an der Schule und dem Kollegium, z.T. am ZEPF in Landau und 
nach der Klärung datenrechtlicher Bestimmungen, wurde in zwei Gesamtkonferenzen, in Sitzungen der SV, in Sitzungen des Schulelternbeirats und an Elternabenden aller beteiligten Klassen das Projekt vorgestellt, Ziele wurden definiert, die Konzeption erläutert, Verfahrensweisen geklärt und einstimmige Zustimmung zu diesem Ansatz erreicht . Alle Eltern wurden in einem Elternbrief über das Projekt informiert und explizit und ausführlich auf die Möglichkeit hingewiesen, dass ihr Kind an der Befragung nicht teilnehmen muß, wenn Bedenken irgendwelcher Art bestehen . 
Nach den prinzipiellen Beschlüssen der demokratischen Entscheidungsgremien der Schule wurde ein Finanzierungsplan erstellt und zusammen mit Herrn Prof. Jäger und seinen Mitarbeitern der zeitliche und organisatorische Ablauf festgelegt . 
Da es in einem Schulzentrum wie dem der Kooperativen Gesamtschule Herxheim sinnvoll ist gemeinsame Konzepte gegen Gewalt umzusetzen, wurde in Sitzungen der Kooperativen Schulleitung und der Schulelternbeiräte von Hauptschule und Realschule dafür geworben, dass sich die beiden anderen Schulen auch an der Datenerhebung beteiligen . Dies ist nach länger dauernder Überzeugungsarbeit letztendlich auch gelungen . Dabei ist deutlich festzuhalten , dass die Schulentwicklungskonzepte, die auf der Grundlage des empirischen Materials  jeweils schulartspezifisch installiert und umgesetzt werden, in organisatorischer und finanzieller Eigenverantwortung und Autonomie der jeweiligen Schule liegen . Synergieeffekte und kooperative Elemente sind selbstverständlich notwendig und sinnvoll . Nachdem jede Schulart für sich ein Konzept entwickelt hat, wird die Zusammenarbeit im schulartübergreifenden Moderatorenteam vorbereitet, in der kooperativen Schulleiterrunde diskutiert und von den Gesamtkonferenzen beschlossen .
3. Datenerhebung mit dem Fragebogen von LAPSUS für Schülerinnen und Schüler, sowie Befragung der Lehrerinnen und Lehrer zur Erfassung der  
Ist-Situation an unserer Schule  
Nach der methodischen Einweisung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen und der prinzipiellen Information der Schülerinnen und Schüler wurden im März 1999 alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-9 an der Kooperativen Gesamtschule Herxheim befragt ( ca. 1100 Fragebögen ) . 
Die Daten wurden von Honorarkräften des ZEPF eingescannt und datentechnisch aufbereitet . 
Jede Schule benannte ein Schulteam aus Schülerinnen und Schülern, Eltern und Kolleginnen und Kollegen, die speziell geschult und vorbereitet werden, um die Datenrückmeldung entgegenzunehmen und als Multiplikatoren Schulentwicklungsprozesse in Gang zu setzen . 
Die Vorbereitung des Schulteams und eine erste Sitzung zur Präsentation der Ergebnisse aus der Befragung der Gymnasialklassen und der Gymnasialkollegen fand im Juni 1999 statt .
4. Weiterführung des Projektes-Gegen Gewalt und Rassismus am Gymnasium Herxheim 
4.1. Pädagogisches Jahresmotto : In der Planungskonferenz für das Schuljahr 1999/2000 wurde das pädagogische Jahresmotto " Für ein besseres 
Miteinander - Gegen Gewalt und Rassismus" beschlossen. 
4.2. In unserem Profilschwerpunkt "  Soziales Lernen " wird das Projekt "Begegnungen" das Thema  " Gewalt " aufgreifen. 
4.3. Schritte des Schulentwicklungsprogramms : 
- weitere Sitzungen des Schulteams zur Präsentation der Fragebogenergebnisse ; 
- Auswertung  und Diskussion der Daten in Sitzungen des Schulteams, des Schulelternbeirats,  mit der SV und in der Gesamtkonferenz . 
- Einbeziehung der Partnerschule aus Erfurt "Kooperative Gesamtschule Erfurt - Am Schwemmbach ", Vergleichsuntersuchung mit einer Jahrgangsstufe ; 
- SV-Seminar zum Thema im September 1999; 
- Entwicklung eines Schulkonzeptes zur Gewaltprävention mit den Schulteams aus Hauptschule, Realschule, aus der Orientierungsstufe und aus dem Gymnasium 
4.4. gemeinsames Seminar mit den Klassensprechern der Erfurter Schule in Cursdorf - Thüringen im Februar 2000 ; 
vorgesehene Themen : 
- Rechtsradikalismus und Gewalt in Europa 
- Ursachen und Formen der Gewalt 
- Vorurteile und Stereotypen 
- Mediatorenschulung-Streitschlichterprogramm 
- Keine Macht den Drogen-Ausbildung von Drogenpräventionsschülern 
4.5. PROPP in den 7. Klassen des Gymnasiums 
Im Klassenverband soll dieses Projekt zur Primärprävention durchgeführt werden. 
4.6. Auswertung der vom ZEPF bereitgestellten Internetinformationen zum Thema Gewalt; 
- Workshops und Moderatorenschulungen in Zusammenarbeit mit ZEPF 
- Entwicklung von Unterrichtsmodellen zum Thema - interdisziplinäre Modelle ; 
- Weiterentwicklung der SV Arbeit angelehnt an das Modell der gerechten Gemeinschaft ; ( Moralentwicklung und Dilemma-Methode nach L. Kohlberg ); 
- Studientag für das Gymnasial-Schulteam in Ingelheim im Mai 2000 
- Projekttage als Abschluß und Resümée des Schuljahres im Juni 2000, gemeinsam mit Schülervertretern aus Erfurt ; evtl. dort integriert Theater-workshop zum Thema; 
- Ausstellung " Weißes Bild vom schwarzen Mann; 
- Elternseminare und -vorträge zum Thema evtl. in Zusammenarbeit mit dem Förderverein; 
- Bewerbung um die Verleihung des Titels : Schule ohne Rassismus der Aktion Courage e.V. -SOS Rassismus ; 
- Erweiterung des Projektes zu einem europäischen Projekt zum Aufbau eines europäischen Netzwerkes von Schulen ; Einbeziehung unserer Partnerschulen in 
Frankreich, England, Polen, Ungarn; Italien u.a. internationaler Partner des ZEPF ; 
- Vergleichsuntersuchung nach einem Projektabschnitt, um Veränderungen zu messen . 
- Das Gymnasium Herxheim wird einen Runden Tisch „ Gegen Gewalt und Rassismus – Für ein besseres Miteinander“ einberufen. Mögliche Teilnehmer: 
- Kindergärten 
- Schulen aus Herxheim und der Verbandsgemeinde 
- Keisjugendamt 
- Jugendzentrum 
- Staatsanwaltschaft 
- Kinderschutzbund 
- Polizei 
- Verbandsgemeindeverwaltung 
- Kirchen 
- Vereine, die Jugendarbeit betreiben 
- Erziehungsberatungseinrichtungen; 
Beantragt, geplant und bereits zugesagt ist ein weiteres Element unserer gewaltpräventiven Arbeit : In Zusammenarbeit mit der Deutschen Sportjugend Landesverband Rheinland-Pfalz sollen noch in diesem Schuljahr acht Schülerassistenten und zwei Lehrerinnen oder Lehrer zur Betreuung ausgebildet werden. Die Aufgabe wird darin bestehen,  Angebote zur aktiven Pausengestaltung zu entwickeln, um den Bewegungsdrang in den Pausen sinnvoll zu kanalisieren. Fünf Plätze für Schülerinnen und Schüler und ein oder zwei Ausbildungsplätze für Lehrerinnen und Lehrer werden Realschule und Hauptschule zur Verfügung gestellt. 
5. Vorschlag für schulartübergreifende weitere Schritte : 
Ein wichtiger Schritt wäre die schulartbezogene Aufgabenverteilung : Jede der beteiligten Schularten sollte einen Arbeitsschwerpunkt übernehmen, der sich aus der Auswertung der Fragebögen ergibt und Vorschläge erarbeiten, die im schulartübergreifenden Moderatorenteam vorgestellt, diskutiert und als Beschlußvorlage für die einzelnen Gesamtkonferenzen verabschiedet werden sollten, z.B.  Hof-Pausenaufsicht; Toiletten ; Bus; o.a.. 
6. Links zum Thema: "GEWALT in der SCHULE" 
Informationen zum Landauer-Anti-Gewalt-Programm 
Umfangreiche Linksammlung zum Thema: "Gewalt in der Schule" 
 
Lothar Bade,STD 
Schulleiter 
 

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© 18.01.2000, Markus Schnurr